Digitale FeaturesChambre Nº 12Anna Daki
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Shirt Pierre Cardin Vintage Tanga Carine Gilson Schuhe Saint Laurent Ohrringe und Ringe Agana Jewelry
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Bodysuit Ermanno Scervino Ohrringe Miriam Salat
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Maske und Strapse Maison Close Ring Indian Antique Ring Diara Rose
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Brille Oliver Goldsmith Schuhe Dolce & Gabbana Schuhkette Agent Provocateur Soiree Ring Agana Jewelry
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Kleid Bordelle Ringe, rechte Hand Agana Jewelry Ring, linke Hand Balocchi Preziosi
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Kleid Carine Gilson Ohrringe und Perlenkette Yana Jewellery
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BH Carine Gilson Handschellen Maison Close
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Strapse Maison Close Ohrring Miriam Salat
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Slip Bordelle Halsette Calgaro
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Earring Cantamessa
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Ohrring Cantamessa Ohrring und Ringe Keila Round Yellow, Keila Oval Yellow, Keila Round Black, Agana Jewelry
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Badeanzug Scic Schuhe Schutz Ringe Agana Jewelry
Chambre Nº 12 · Anna Daki 1 / 1
Interview

INTERVIEW

Anna Daki

Anna_Daki

FOTOGRAFIE Anna Daki STYLING Sheina Miretskaya HAARE & MAKE-UP Kristina Kuzikova PRODUKTION Alyona Kotlyar FOTOASSISTANZ Andrew Tishenko MODEL Diana @ I Mother Agency LOCATION Hotel Otrada Odessa KAMERA Leica S (006) mit Summarit-S 1:2,5/35mm Asph. und APO-Summarit-S 1:2,5/120mm (CS)

Ihr visuelles Gespür für Körperformen ist unerschöpflich: In Zusammenarbeit mit der Stylistin Sheina Miretskaya  modellierte Anna Daki für S Magazin in „Chambre Nº 12“ Model Diana in ihrer ganz eigenen geheimnisvollen Bildsprache.

S Magazin: Frauen stehen in Mittelpunkt deiner Fotografie. Geht es dabei um Ästhetik, oder gibt es andere Gründe?
Anna Daki: Es ist hauptsächlich eine Frage der Ästhetik. Ich bin total fasziniert von der menschlichen Schönheit und vom menschlichen Körper, sowohl vom männlichen als auch vom weiblichen, obwohl ich aus irgendeinem Grunde mehr mit Frauen produziere. Ich finde es einfach unglaublich, wie verschieden und speziell die Schönheit eines Menschen sein kann. Es ist, als würde ich jedes Mal ein neues Buch aufschlagen.

Fotografisch widmest du dich der Darstellung des Körpers oft in unterschiedlicher Weise, gern auch skulptural, konstruktivistisch. Was war diesmal der Fokus in „Chambre No. 12“?
Diesmal wollte ich wirklich die weiche, weibliche Seite zeigen, sehr sexualisiert, sehr echt und auch ein wenig provokant. Ich war von Helmut Newton fasziniert. Ich wollte etwas übertreiben, sehr überzogen sexy gewissermaßen. Ich finde, wenn Haut gezeigt wird, sind Magazine heutzutage zu präzise, auch in Deutschland – das ist einfach langweilig!

Das Model in der Serie „Chambre No. 12“ bringt sehr unterschiedliche Stimmungen zum Ausdruck: von sentimental und nachdenklich über verführerisch bis intellektuell. Verkörpert sie in gewisser Weise das Ideal der Frau für dich?
Schon ganz zu Anfang hatten die Stylistin Sheina Miretskaya und ich die Idee, das weibliche Ideal zu projizieren, das uns vorschwebt und das wir bewundern: die starke, unabhängige und gleichzeitig attraktive und befreite Frau.

In Berlin kennt man dich nicht nur als Fotografin, sondern auch als Fashionista. Welche Rolle spielt Mode für dich, und wie stark wirkst du selbst auf das Styling und die Looks in deinen Fotoproduktionen?
Es überrascht mich jedes Mal, wenn ich als Fashionista bezeichnet werde. Ich habe immer dasselbe an und folge keinem Trend, das interessiert mich einfach nicht; ich gebe all mein Geld für neues Equipment und das Studio aus. Aber ich bin schon in die Mode an sich verliebt, wenn ich diese unglaublichen Designs und Stoffe sehe – und die passenden Farben. Manchmal style ich meine Shootings selbst, wenn es zum Beispiel um Beauty oder Schmuck geht. Wenn ein Stylist dabei ist, mische ich mich nicht groß ein und lasse die Profis den Job machen. Ich mag es ja auch nicht, wenn mir beim Shooting jemand im Wege ist.

„Chambre No. 12“ entstand in deiner Heimatstadt Odessa. Weshalb? Hat die Stadt ein besonderes Flair, das sich aus ihrer Kultur, aber auch aus der aktuellen politischen Situation ergibt?
Wir haben in Odessa produziert, weil ich wusste, dass es einfacher ist, dort ein Model zu finden, dass sich uns öffnet und keine Scheu haben würde; ich wollte auch mit Sheina arbeiten, wir hatten die Idee ja schon lange. Ich denke, die Einwohner von Odessa sind sehr entspannt. Wir hatten diese unglaublichen Juwelen im Wert von 100.000 Euro von der Otrada Luxury Boutique zur Verfügung, aber alle blieben dennoch ganz ruhig. Die politische Situation vor Ort hat die Menschen erstarken lassen; im Großen und Ganzen aber sind die Einwohner von Odessa sehr optimistisch.

Arbeitest du lieber im Studio oder lieber on location? Wie stark sind deine Shootings konzeptioniert, wie sehr sind sie intuitiv und spontan?
Ich liebe beide Varianten: das Studio wegen der Sicherheit und der cleanen Aufnahmen, und die Location, weil man nie weiß, was passiert und wie schön es werden kann. Außerdem hilft es mir, die Geschichte präziser zu erzählen. Ich kann sehr spontan sein, was die Leute, mit denen ich arbeite, auch wissen. Ich kann einen Agenten um 18 Uhr anrufen, um ein Mädchen am nächsten Morgen zu haben. Oder einen Stilisten um 22 Uhr anfragen, wenn ein unglaubliches Model nur für einen Tag in der Stadt ist. Irgendwie klappt das immer, und es entsteht eine Idee.

Du arbeitest sowohl mit der SL als auch mit der S. Wann bietet welches System für dich Vorteile, oder bevorzugst du grundsätzlich eines der beiden?
Ich mag die S sehr, es ist wirklich eine unglaubliche Kamera. Sie hat diese irre Tiefe und Qualität und ich liebe das Geräusch, wenn der Verschluss ausgelöst wird. Die SL ist schneller und superleicht, ich würde sofort mit ihr auf Reisen gehen. Ich mag beide Systeme, ziehe die S aber vor. Es mag seltsam klingen, aber eine große Kamera gibt mir das Gefühl, eine „erwachsene, reife Fotografin“ zu sein.

Du bist auf Instagram sehr aktiv. Siehst du einen Unterschied zwischen dem elektronischen und dem gedruckten Bild?
Zurzeit bin ich mit dieser Plattform sehr zufrieden, weil sie bei meinem Job hilft; ich kann meine Arbeiten schneller zeigen und großartige Kunden akquirieren. Aber ich sehe eine große Differenz zwischen Online und Print. Jedes Mal, wenn ich für eine gedruckte Publikation arbeite und dann das Magazin bekomme, liebe ich es, die Bilder in dieser ganz speziellen Art zu sehen. Das gilt auch für meine eigene Arbeit und meine Portfolios. Print hat einfach diese Tiefe, und man hat immer das Gefühl, Kunst zu schaffen!